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Sport

4.11.2010 0:45
4. Lucerne Marathon 2010


Bevor jemand fragt: Nein, ich glaube nicht, dass ein Marathon gesund ist…

…aber das ist ja eigentlich auch egal, es geht um die Herausforderung. Diese nahm ich am 4. Lucerne Marathon inzwischen zum dritten Mal an. Im Jahr 2009 habe ich den Lauf ausgelassen.

Bei herrlichem Laufwetter am Sonntag, 31. Oktober 2010 begab ich mich mit Tausenden von Läuferinnen und Läufern auf die 42.195 Kilometer.

Ich habe mir viele Gedanken zur Taktik gemacht. Mein Mindestziel war die Zeit von 3 h 14 min 25 sek aus dem Jahr 2008 zu unterbieten, mein Hauptziel eine Zeit unter 3 h 10 min und das Traumziel eine Zeit unter 3 h. Leider gab es bei 3 h 10 min keinen Pacemaker, sondern nur bei 3 h und 3h 15 min. Also was tun…

Eigentlich weiss ich, dass ich nicht unter 3 h laufen kann. Trotzdem war ich bereit das Risiko einzugehen, denn mit 3 h 14 min habe ich vor 2 Jahren eine sehr gute Zeit erreicht und somit entschloss ich mich,  volles Risiko zu nehmen, denn die Zeit von damals kann mir niemand mehr nehmen und ich wusste zudem, dass ich besser drauf bin.

Die erste Runde (21 km) habe ich dann auch sehr gut überstanden, war auf Kurs, doch nach 30 Kilometern war fertig lustig. Mein Kilometerschnitt sank fast im Kilometertakt von anfänglichen 4 min 15 sek auf 4 min 30 sek, 4 min 40 sek, 5 Minuten und die letzten beiden Kilometer vom KKL zum Verkehrshaus lief ich in einem Schnitt von 6 min 30 sek. Da hätte ich auch gleich laufen können…. Mein Kopf wollte schneller laufen, aber es kam einfach nichts mehr aus den Beinen und auch heute spüre ich diese noch. Am Sonntag im Ziel konnte ich kaum mehr laufen, aber Aufgeben  kam nie in Frage, das ist dann eine reine Kopf und Willenssache.

Mit einer Endzeit von 3 h 16 min 18 sek (Kilometerschnitt von 4 min 39 sek) habe ich leider alle meine Ziele verfehlt. Wäre ich mit weniger Risiko gelaufen hätte ich ziemlich sicher die 3 h 14 min Marke unterboten. Hätte und wäre nützt jetzt aber auch nichts mehr. Ich habe das Risiko genommen und es hat halt nicht geklappt. Hätte ich es nicht versucht, hätte ich mir vielleicht auch Vorwürfe gemacht.

Zudem lässt sich Rang 80 von 400 Läufern in meiner Altersklasse sicher sehen und Rang 247 von 1‘524 gestarteten Männern ist auch nicht so schlecht und meine beste Rangierung im Overall-Feld am Lucerne Marathon.

Die Stimmung am Strassenrand war wiederum hervorragend. Es macht wirklich Spass in Luzern zu laufen. Herzlichen Dank an alle, die mich angefeuert haben.

Die Streckenführung (2x Runde Luzern – Kastanienbaum  – Horw – Luzern) sowie die Organisation mit den Verpflegungsständen, den Pacemakern, Start- und Zielbereich und Anreise mit ÖV waren absolut genial. Und der Zieleinlauf ins Verkehrshaus ist einfach der Hammer!

Ich kann eine Teilnahme am Marathon oder Halbmarathon in Luzern jedem nur empfehlen, es ist ein geniales Erlebnis!

 

Roger, 4. November 2010