sTARTSEITE
 
pAAVO
fORUM
bILDER
rECHTS
pOLITIK und wIRTSCHAFT
tECHNIK und wISSENSCHAFT
uMWELTSCHUTZ
uSA
sPORT
fILMKRITIKEN
mUSIKKRITIKEN
bUCHKRITIKEN
HIPHOP
<< Zurück
 
Suchen
Filmkritiken

The Thing

Was macht man, wenn einen das momentane Kinoangebot nur noch anöded? Entweder man kapituliert, schaut nur noch Erwachsenenbildung oder schlägt sich stundenlang mit dem Hammer auf den Kopf bis jeder 2D-Film 3D wird. Oder aber man durchstöbert die Top 250 Liste auf IMDB und siehe da, rund ein Drittel dieser Filme habe ich noch nicht gesehen. Und DVD-Star hat doch einige davon in seinem Online-Verleih-Angebot.

Da wäre beispielsweise John Carpenters "The Thing" aus dem Jahre 1982 mit Kurt Russell in der Hauptrolle. Damals war Russell noch nicht Stuntman Mike sondern R.J. MacReady - auch nicht schlecht. Und der Film, welchem gewisse Anlehnungen an "Alien" nicht abgesprochen werden können, ist einfach nur geil! Carpenter schafft mit seiner absolut genialen Filmmusik wieder eine Atmosphäre wie schon damals bei "Halloween". Die Filmmusik von "The Thing" ist wohl etwas vom allergeilsten, was ich je in einem Film gehört habe. Da kann sich Hans Zimmer von mir aus an seinem Pathos-Schniedel rummachen, an diesen monotonen, düsteren und beklemmenden Basslauf kommt er mit seiner Orchestermusik nie ran.

Das Wesen oder Ding aus dem All befällt zuerst eine norwegische Forschungsstation im ewigen Eis. In der Anfangsszene sieht man einen Helikopter, welcher einen Wolf oder Hund jagt. Doch dieses scheinbar arme Tier, welches bestialisch niedergeschossen werden soll, trägt eine Bestie in sich wie die Amerikaner auf ihrer Station bald feststellen müssen. Und das perfide Wesen kann sich in andere Lebensformen einnisten, ohne, dass der Träger davon Kenntnis hat und diesen dann von innen absorbieren. So beginnen sich die Forscher gegenseitig zu misstrauen, da niemand weiss, wer infiziert ist.

Und jetzt kommt die stärkste Phase des Films. Anstatt sich dämlich und absolut unlogisch zu verhalten, wie es leider in 90 % aller Horrorfilmen der Fall ist, verhalten sich die Protagonisten zu beginn ruhig und eher unaufgeregt...gegen Ende des Films verständlicherweise etwas weniger… Irgendwie finden sie es auch nicht wirklich seltsam, dass sich ein ausserirdisches Wesen unter ihnen aufhält, es ist einfach so und jetzt muss man es halt ausschalten. Und trotz allem gegenseitigen Misstrauen, ballert man sich jetzt nicht einfach über den Haufen, sondern man geht relativ durchdacht vor. Und man lässt einen in Einzelhaft gesetzten Forscher später nicht einfach - weil er ja so ein lieber ist - wieder frei wie in jedem anderen Film, nein man lässt ihn sicherheitshalber dort.

Und der Bluttest von MacReady ist ja die absolute Hammeridee, so genial, da würde man am liebsten in die Popcorntüte…Ok…. Und am Ende des Films gleich nochmals.

Und die Special-Effects sind in anbetracht des Alters des Films ziemlich gut. Damals muss das ziemlich eingefahren sein, wie schon bei „Alien“. Aus meiner Sicht, waren solche Filme damals sicher im Verhältnis viel spektakulärer als heutige Innovationen (vielleicht wie „Jurassic Park“, das war auch ein Ereignis) und konnten das Kinopublikum wirklich noch in Staunen versetzen. Heute haben wir einen solch enormen visuellen Overkill, dass selbst „Avatar“ nicht mehr wirklich spektakulär erscheint, sondern bestenfalls noch „ah ja, war easy - wo gibt’s Burger zu fressen?“.

Und noch einen weiteren Tipp aus den Top250: „Citizen Kane“ von Orson Welles aus dem Jahr 1941 – mit 8.6 Punkten genau so hoch bewertet wie „Avatar“!

Wertung: 9 von 10 Punkten
Roger, 10. Februar 2010