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Buchkritiken
Simon Beckett: The Chemistry of Death
Per Zufall bin ich in einer Bücherei auf das Werk von Simon Beckett – „The Chemistry of Death“ – gestossen. Ich hatte bereits das Buch einer Schwedin in der Hand, fand es dann aber irgendwie abstrus, ein Buch einer Schwedin auf Englisch zu lesen, das ergibt irgendwie keinen Sinn, so habe ich mich dann für den Engländer Beckett entschieden. Und der Entscheid war goldrichtig. Erst später habe ich dann herausgefunden, dass „The Chemistry of Death“ (auf Deutsch „Die Chemie des Todes“) der erste Teil einer inzwischen drei Romane umfassenden Serie ist. David Hunter war begnadeter Forensiker bis er Frau und Kind verlor. Er hängte den Job an den Nagel und arbeitete fortan im kleinen Nest Manham als Arzt in der Praxis von Dr. Maitland. Doch plötzlich verschwinden junge Frauen und tauchen bös zugerichtet wieder auf, ausgeschmückt mit Vogelfedern oder toten Tieren. Ein ziemlich kranker Zeitgenosse treibt im beschaulichen Dorf sein Unwesen. Die Polizei unter Leitung von Officer Mackenzie beginnt mit den Untersuchungen und nachdem Mackenzie von der Vergangenheit Hunters erfahren hatte, konnte er diesen nach langem Hin und Her davon überzeugen, der Polizei wieder als Forensiker zur Seite zu stehen. Das Hunter von der Polizei „abgeholt“ wurde, machte im kleinen, ländlichen Manham natürlich schnell die Runde und Hunter geriet in der Bevölkerung, welche zusätzlich durch Pfarrer Scarsdale aufgestachelt wurde, der nun endlich seine Chance zu mehr Einfluss kommen sah, ebenfalls unter Verdacht. Dass er seine Vergangenheit und die Zusammenarbeit mit der Polizei auch in dieser Phase weiter verheimlichte, machte die Situation nicht einfacher. Und mit jeder weiteren Leiche steigt die Angst und die Gefahr von Selbstjustiz, vor welcher auch Hunter gelegentlich nicht zurück zu schrecken scheint. Und die Polizei tappt weiterhin im Dunkeln. Die Lage spitzt sich zu und auch für Hunter wird es immer gefährlicher. Das Buch von Beckett ist aus meiner Sicht extrem spannend und flüssig geschrieben. Schon nach wenigen Seiten ist man richtig drin in der Geschichte und man fiebert mit David Hunter und der Polizei mit. Interessant sind die Details der forensischen Arbeit, die Beckett beschreibt. Er greift dabei auf seine Eindrücke und Erkenntnisse im Zusammenhang mit einem von ihm geschriebenen Zeitungsartikel über die National Forensic Academy (USA), zurück. Zudem hat man eigentlich bis am Schluss fast keine Chance herauszufinden wer der Killer ist. Beckett bringt viele mögliche Personen ins Spiel, das ist sehr clever gelöst. Ich hätte aber gerne mal ab und zu einen Hinweis auf den Täter gehabt. Im Nachhinein betrachtet gibt es schon welche, aber die sind doch sehr, sehr vage und wohl nur rückblickend als solche zu Erkennen. Aus meiner Sicht kann man das Buch mit normalen Englischkenntnissen lesen. Wer mal einen Sprachaufenthalt von 1-2 Monaten gemacht hat oder geschäftlich viel mit Englisch konfrontiert ist, versteht das Buch auf jeden Fall. Und das Original ist halt immer anders, als eine Übersetzung. Aus meiner Sicht absolut empfehlenswert! ISBN 978-0-553-81749-2 (Englische Originalausgabe) Verlag: Bantam Book Wertung: 9 von 10 Punkten Roger, 11. Februar 2010
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